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2008

Jahresexkursion Nordwestdeutschland / Niederlande

Die Jahresexkursion des Lehrstuhls für Papiertechnik führte uns vom 15.–19. September 2008 nach Nordwestdeutschland und die Niederlande.

Die Berichte der teilgenommenen Studenten finden Sie hier als Download.

Jahresexkursion 2008

  

Exkursion zur Felix Schoeller jr. Foto- und Spezialpapiere GmbH & Co. KG in Weißenborn

Mit der Exkursion zur Felix Schoeller jr. Foto- und Spezialpapiere GmbH & Co. KG in Weißenborn im Erzgebirge lernten wir auf sächsischem Boden einen äußerst interessanten Betrieb für Spezialpapiere kennen.

Weißenborn ist ein Standort mit Historie. Schon 1871 wurde hier im Muldetal eine Fein- und Spezialpapierfabrik gegründet, die später der größte Lieferant an Fotobasispapieren des damaligen Ostblocks war. Nach der politischen Wende 1990 wurde das Werk durch die Firma Felix Schoeller jr. übernommen und ausgebaut. Gemeinsam mit dem Stammwerk in Osnabrück liegt der Standort Weißenborn an der Spitze im Bereich Fotopapier. Nahezu jedes zweite Foto weltweit wird auf einem Papier der Firma Felix Schoeller hergestellt.

An diesem Standort des global agierenden Familienunternehmes wurde seit 1999 die weltweit erste vollständig integrierte Produktion für InkJet-Papiere aufgebaut,
d.h. dass alle Arbeitsschritte, von der Herstellung des Rohpapieres über die Beschichtung bis zur Konfektionierung, in einem Werk statt finden.

Wir verfolgten den Weg des angelieferten Zellstoffes durch das Werk über die verschiedenen Produktionsstufen bis hin zum fertigen Produkt und sahen
neben der Mahlung, der Papierherstellung, dem Lagern und Verpacken auch die Veredelungsstationen Coater und PE-Beschichtung.
Diese Veredelungsschritte ermöglichen die Herstellung von hochwertige Produkten, bei denen im InkJet Verfahren gedruckte Bilder schwer von einem Foto zu
unterscheiden sind. Die Rückseite des Papiers wird mit einem Rückseitenstrich versehen und kann auf Wunsch mit einem Logo bedruckt werden.

In einer abschließenden Präsentation erfuhren wir von Frau Carolin Osthaar, einer Absolventin unserer Professur, wie ihr Start in die Berufswelt verlaufen ist,
welche Projekte und Probleme auf einen Berufseinsteiger in der Papierindustrie zukommen können und mit welchen Dingen sie sich aktuell beschäftigt.
Fragen, die jeden Studenten irgendwann beschäftigen. Der Vortrag zeigte uns auf humorvolle Weise, dass beim Eintritt in die Arbeitswelt einfach alles passieren
kann und diese erste Zeit anstrengend, sehr spannend und auch schön ist.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei Frau Carolin Osthaar sowie Herrn Martin Graf für die interessante Führung und den Vortrag,
der viele ungestellte Fragen beantwortet hat, bedanken.

 

Alice Mankel

 

Internationales Münchner Papiersymposium 2008

Auch in diesem Jahr folgten neun Studenten der Professur für Papiertechnik an der TU Dresden der freundlichen Einladung aus München, am Internationalen Münchener Papier Symposium (IMPS) teilzunehmen. Um eine entspannte Anreise zu studentenfreundlichen Zeiten zu gewährleisten, folgten wir dem Ruf aus der bayrischen Landeshauptstadt bereits am Vortag des IMPS. Nach dem Beziehen der Zimmer in unserer Unterkunft mit anschließender erfolgreich verlaufener Suche des endgültigen Parkplatzes ging es am Abend noch in das berühmte Münchner Hofbräuhaus zu mehr oder weniger typisch bayrischen Köstlichkeiten.

Der 02. April brachte, nach erholsamer Nachtruhe, interessante Vorträge auf dem Symposium. So wurde die Vortragsreihe mit den in diesen Tagen so wichtigen Themen zur Energieeinsparung und -konzeption eröffnet. Es folgten Beiträge zur Anwendung von Ultrafiltrationsmembranen beim Streichprozess sowie beim Wassermanagement einer Papierfabrik. Eine mittägliche Stärkung im Tagungsgebäude brachte neue Energie für die Nachmittagsveranstaltung. Hier standen unter anderem Planlagestörungen beim Papier, neue Deinkingkonzepte, Pressenoptimierung und Mess- und Regeltechnik im Fokus.

Dieser Tag wurde abends durch ein Galabuffet abgerundet, bei dem bei kulinarischen Gaumenfreuden diskutiert und debattiert sowie Kontakte geknüpft und gepflegt werden konnten.

Am Donnerstagvormittag wurde es „chemisch“. So wurden Vorträge zur ASA-Optimierung, über den Einsatz neuer Trockenverfestiger und über moderne Verfestigungskonzepte und -mechanismen dargeboten. Des Weiteren kam ein Beitrag zum Mehrlagenvorhangstrich und es wurden Einblicke in eine neue Streichverfahrenstechnik bei der Kartonherstellung gewährt. In der Nachmittagsveranstaltung wurde zunächst die Papiermaschine genauer beleuchtet. Es wurden Methoden zur PM-Optimierung durch Automatisierung vorgestellt. Weiter ging es mit einem Vortrag zur Geschwindigkeitssteigerung in der Pressenpartie und es wurden Ausführungen über Softsensoren an einer PM gemacht. Die Veranstaltung wurde durch Berichte über Praxiserfahrungen von Verfahrenskonzepten in der Stoffaufbereitung und die Optimierung der Wasserhärte des Prozesswassers abgeschlossen.

In den Vortragspausen konnte man sich bei den Ausstellern über deren Produkte und Innovationen informieren.

Krönender Abschluss dieses Tages war die Einladung zum kulturellen Abend. In diesem Jahr wurden die Lachmuskeln in der Komödie im Bayrischen Hof durch „den Damenschneider“ stark strapaziert.

Bevor es am Freitag wieder gen Heimat ging, stand noch eine Exkursion zu LEIPA nach Schrobenhausen auf dem Plan. Hier konnte das Werk in einem kleinen Rundgang besichtigt werden mit anschließendem typisch bayrischem Imbiss. Frisch gestärkt haben wir dann wieder die Heimat angesteuert.

Die Auswahl der Vorträge bot einen breiten Streifzug durch die Papiertechnik, sodass für jeden etwas Interessantes dabei war.

Die Aktivitas des APV Dresden möchten sich auf diese Weise noch einmal ganz herzlich für die Einladung von Herrn Prof. Kleemann bedanken und den Verantwortlichen ein Lob für die sowohl inhaltlich als auch organisatorisch äußert gelungene Veranstaltung aussprechen.



Philipp Möller

Lehrstuhl für Papiertechnik des Instituts für Holz- und Papiertechnik der Fakultät Maschinenwesen an der TU Dresden © 2010