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2010

105. Zellcheming in Wiesbaden (29.06.–01.07.2010)

Wie auch in den vergangenen Jahren haben dieses Jahr wieder eine Vielzahl von Studenten der Aktivitas die Zellcheming Tagung und Expo in Wiesbaden besucht.

Nach einer für alle Teilnehmer kurzen Nacht, machten sich am 29.6. morgens um 5 Uhr 11 Papiertechnikstudenten auf nach Wiesbaden. Die fünfstündige Fahrt wurde von den meisten zum Ausruhen und Schlafen genutzt.

In Wiesbaden angekommen, haben wir zunächst unsere Unterkunft bezogen und uns nach kurzem Aufenthalt in der Jugendherberge in Richtung Rhein-
Main-Hallen begeben, wo die Fachvorträge und die Expo stattfanden.
Mit fast 300 Ausstellern aus den Bereichen Produktentwicklung und Produktion, Service und Consulting bot uns die Expo die gesamte Prozesskette der Wertschöpfungskette Papier und Karton.

Auch die Fachvorträge aus den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Chemie und Konstruktion waren für alle sehr interessant. Die Themen waren u.a. Umwelt-, Ressourcen-und Energieeffizienz bei der Papierherstellung und -verarbeitung, Biorefinery, Nano-Fasern und Nano- Cellulose sowie Spezialpapiere.

Die Expo diente auch dem Networking, so konnten bereits bestehende Kontakte zur Industrie gepflegt und neue Beziehungen für Firmenpräsentationen, Praktika oder Diplomarbeiten geknüpft werden.
Neben den Fachvorträgen und der Ausstellung genossen wir auch den finnischen, VDMA- und Sommerabend im Kurhaus Wiesbaden. Dort konnten wir bei kühlen Getränken den Tag ausklingen lassen und weitere interessante Gespräche und Diskussionen führen.

Wir möchten uns noch einmal beim APV und allen Firmen für die Unterstützung während der
Tagung herzlichst bedanken.

Albrecht Miletzky

Internationales Münchner Papiersymposium 2010 vom 10.3. bis 12.3.2010

Auch 2010 besuchten fünf Studenten vom 10.-12.März das internationale Münchner Papier Symposium. Die Anfahrt fand schon einen Tag früher per Bahn statt. Nachdem das Hostel mitten in der Innenstadt bezogen war, ging es auf eine kurze Stadtbesichtigung zu Fuß, bei der man sich im Anschluss mit den Darmstädter Papierstudenten im Hofbräuhaus traf.

Nach der Eröffnung durch Prof. Kleemann am 10.3.2010 hörten wir eine interessante Erörterung zum Potential des Einsatzes von Biogas- und Brennstoffzellentechnik in der Papierindustrie. Anschließend folgten Vorträge über aktuelle Forschungsschwerpunkte der Firmen Bellmer und Voith.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen kamen weitere interessante Themen zur Diskussion, darunter eine Zusammenfassung des Neubaus der Palm Paper Group in King´s Lynn, England, sowie ein Bericht über die Erfahrungen der neuen Wet- End- Steuerung an der PM6 von Sappi in Ehingen.

Der Tag endete bei einem geselligen Abend mit Gala- Buffet, bei dem Kontakte geknüpft und gepflegt werden konnten.

Der Donnerstagvormittag wurde mit chemischen Themen aus dem Bereich Leimung und Biozideinsatz gefüllt. Am Nachmittag wurden reale Probleme aus der Praxis und deren mögliche Lösungen vorgestellt. Zum Abschluss folgten zwei Vorträge zu innovativen Konzepten aus dem Maschinenbau der Firmen Metso zum Metallbandkalander und ASimpa zur Messung und Einstellung von Schaberanpressdrücken.

Der Abend wurde kulturell mit einem klassischen Konzert im Prinzregententheater abgerundet. Hierbei hörten wir nach einem Klarinettensolo aus einem rumänischem Werk eine Festovertüre, sowie eine Symphonie von Brahms. Außerdem gab es ein Klarrinettenkonzert von Mozart zu hören, welches in einem Quintett endete.

Von den am Freitag zur Auswahl stehenden Exkursionen wählten wir zwei verschiedene Ziele. Ein Teil besuchte die Papierfabriken von Myllykoski und Allianzpartner Rheinpapier  in Plattling, wo zurzeit der größte Kalander Europas steht. Der andere Teil besichtigte die Räumlichkeiten der Hochschule München, sowie die nur 500 m entfernte PTS-München.

Wir wollen uns auf diesem Wege noch einmal für die Einladung von Herrn Prof. Kleemann, sowie für die finanzielle Unterstützung des VAP’s bedanken.

Hiermit sei ein großes Lob an die Organisatoren und Referenten für das gelungene Symposium ausgesprochen. Die diesjährige IMPS war für uns alle eine bereichernde Erfahrung und wir freuen uns auf das kommende 20 jährige Jubiläum.

Ronny Wurdinger

GRÜNPERGA Papier GmbH und die Papierfabrik Fährbrücke Papier GmbH

Am 12.01.10 machten sich 10 Studenten der Papiertechnik zur ersten und einzigen Exkursion des Wintersemesters auf 2 Papierfabriken zu besichtigen. Die Exkursion stand ganz unter dem Zeichen der Spezialpapiere. Zuerst besuchte man die Grünperga Papier GmbH in Grünhainichen. Dort begrüßte uns Herr Ender, 2. Vorsitzender des APV-Dresden. Dann übernahm Herr Gebauer das Wort. Er begann mit der Vorstellung der Grünperga Papier GmbH. Dabei erzählte er etwas über die Geschichte und die Entwicklung der Grünperga Papier GmbH. Danach ging er auf das Produktionsspektrum ein. Ein Produkt ist das Pergamin. Dabei ist zu erwähnen, dass etwa 10 % des Weltbedarfs in Pergamin in Grünhainichen erzeugt wird. Das Pergamin wird auf der PM4 hergestellt. Das ist eine der beiden Papiermaschinen in dieser Fabrik. Die andere Maschine ist die PM6, die Krepppapier und Pergamentersatzpapier produziert. Beide Papiermaschinen haben eine Arbeitsbreite von 2 m. Als letztes wurde während der Vorstellung die Investitionen erwähnt. Dabei wurde besonders auf die neue Dampferzeugung mittels Braunkohlenstaub eingegangen.

Danach stand der Betriebsrundgang an. Dieser begann bei der Zellstoffauflösung. Alle Papiersorten werden aus 100 % Zellstoff produziert. Nach der Zellstoffauflösung kommen die Refiner. Die Mahlgarnituren, die aus Stahl und Basalt bestehen, konnten wir uns in der Werkstatt ansehen. Beide Papiersorten werden mit stark ausgemahlenen Faserstoff hergestellt. Danach ging es zur PM4, die die interessantere der beiden Papiermaschinen ist. Ein Beispiel dafür ist die Transmission.

Aufgrund der relativ langsamen Produktionsgeschwindigkeit von 170 m/min kann man den Prozess der Papierproduktion sehr gut verfolgen. Nach dem Aufrollen des Papiers an der Maschine geht es zum Superkalander. Der Superkalander arbeitet offline und hat mit 600 m/min eine deutliche höhere Geschwindigkeit als die PM4. Als letztes haben wir uns im Produktionsprozess des Pergamins das Zuschneiden angesehen. Dazu zählt bei der Grünperga Papier GmbH der Rollenschneider, der Schmalrollenschneider und der Formatschneider. Aufgrund der wenigen Zeit und der vielen Fragen zur PM4 hatten wir leider nicht so viel Zeit, uns die PM6 ausführlicher erklären zu lassen. So konnten wir uns nur ein paar Unterschiede ansehen, die die beiden Maschinen haben und die bei den unterschiedlichen Papiersorten im Produktionsprozess zu erkennen sind. Auf der PM6 wurde an dem Tag Krepppapier erzeugt. Die Unterschiede waren, dass die PM4 3 und die PM6 2 Pressen besitzt. Außerdem hat die PM6 eine Arbeitsgeschwindigkeit von 300 m/min. Als letztes besichtigen wir noch die Dampferzeugung mittels Braunkohlenstaub. Zum Abschluss gab es noch einen Imbiss, bei dem noch offene Fragen gestellt werden konnten.

Im Namen der Exkursionsgruppe möchte ich mich für die interessante Werksführung bei Herr Gebauer bedanken.

 

Ein weiteres Ziel der Exkursion war die Papierfabrik Fährbrücke Papier GmbH, welche sich in Wildenfels befindet. Dies ist eine in der Nähe von Zwickau im Erzgebirge befindliche Gemeinde. Geschichtlich gesehen wird das Betriebsgelände schon seit 1870 für die Papiertechnik genutzt. Bereits 11 Jahre später ging die erste Papiermaschine in Betrieb, jener folgten bis 1900 noch vier weitere. Derzeit ist nur eine produzierende Papiermaschine in Betrieb, diese wurde 1973 gebaut. Anfang der neunziger Jahre wurde ein Erdgaskraftwerk, mit Kraft- Wärme Kopplung, errichtet. Noch bis in die Mitte der Neunziger lief am Standort Fährbrücke die Produktion auf drei Maschinen. Jene wurden aber bis 1995 alle stillgelegt.

Die derzeitige Tagesproduktion beträgt 100 Tonnen. Für ihre Herstellung ist ein aus 95 Männer und Frauen bestehendes Team verantwortlich. Im Jahr 2009 belief sich die Jahresproduktion der Papierfabrik auf ca. 28000 Tonnen Papier,  welches ausschließlich auf der PM 2 herstellt wurde. Diese Papiermaschine besitzt eine Arbeitsbreite von knapp 3 Metern und schafft eine Geschwindigkeit von bis zu 750 Metern pro Minute. Die als letztes gebaute PM 5 ist die heute eingesetzte PM 2. Um bei diesen Rahmenbedingungen wirtschaftlich produzieren zu können, werden ausschließlich Spezialpapiere hergestellt. Die neuste Investition, um noch bessere Qualitäten zu gewährleisten, ist eine Filmpresse.

Um den hohen Produktanforderungen des Marktes auch gerecht zu werden, sind die Produkte der Fährbrücke Papier GmbH alle zertifiziert ( z.B. ISO-Norm 9001 ). Dies hat gerade für Lebensmittelverpackungen eine sehr große Bedeutung. Auf Grund der hohen Produktqualität wird sogar bis nach China, Taiwan und Panama exportiert. Aber natürlich zählt der europäische Markt auch zu einem festen Kundenstamm.

Da gerade bei den Verpackungen von Lebensmitteln sehr hohe Standards gelten, werden hier die Papiere mit der KID- Methode gemessen.Es gibt verschiedene Beispiele für die Vielfalt der Produktpalette. Einige davon sind für Lebensmittelverpackungspapiere: SOLIDPACK®, PERGANORM®, PERGABAN®. Anwendung finden diese in Tüten und Beuteln, aber auch als Einschlagpapiere für Bäckerei-, Fleischerei- und Imbissbedarf. Des Weiteren werden auch Dünndruckpapiere hergestellt, die als Grundlage für Pharmabeipackzettel dienen.Es zählen aber auch Büro- und Administrationspapiere zum Produktspektrum. Um hier einige Beispiel zu nennen: Offsetdruckpapiere, Schulschreibpapiere oder Endlosformularpapier.

Der APV bedankt sich für eine sehr Interessante Führung und viele gute Eindrücke bei Herrn Ronny Puschmann und dem Team der Papierfabrik Fährbrücke.

 

Sören Pudack / Stephan Schmieder

Lehrstuhl für Papiertechnik des Instituts für Holz- und Papiertechnik der Fakultät Maschinenwesen an der TU Dresden © 2010